Unsere Talente bewegen Demokratie!

21.07.2026 — 5 Min. Lesezeit

Demokratie wirkt, wenn junge Menschen sie gestalten!

Ein Schuljahr voller Eigeninitiative liegt hinter unseren DemokratieTalenten der teilnehmenden Schulen in Berlin, Hamburg und im Ruhrgebiet. Aus Workshops, Exkursionen und Gesprächen mit Expert*innen sind zahlreiche eigene Projekte entstanden, von neuen Anlaufstellen im Schulalltag über politische Formate bis hin zu ganz praktischen Verbesserungen im Schulumfeld. Die Jugendlichen haben dabei nicht nur demokratische Prozesse kennengelernt, sondern sie aktiv mitgestaltet und Verantwortung für ihre Schulgemeinschaft übernommen. Hier möchten wir einen Überblick geben geben:

Gemeinsam gegen Diskriminierung

An vielen Schulen haben sich unsere DemokratieTalente intensiv mit Ausgrenzung und respektvollem Miteinander auseinandergesetzt und daraus konkrete Angebote geschaffen. Nach schulweiten Umfragen zu Diskriminierung und Rassismus sind Informationsmaterialien, Workshops und ganze Projektwochen gegen Vorurteile entstanden.

Besonders sichtbar wird die Wirkung an den Strukturen die an den Schulen aufgebaut wurden. Es gibt ein Anti-Diskriminierungs-Team, das langfristig als Ansprechpartner für Betroffene zur Verfügung steht, ein „Open Space” für Austausch und Begegnung, eine „Courage Corner” als niedrigschwellige Anlaufstelle für jüngere Schülerinnen sowie erste Vertrauensschülerinnen-Programme.

Aber auch die Teilnahme an Gedenkveranstaltungen und die intensive Auseinandersetzung mit den Anschlägen von Hanau und Solingen sowie mit Biografien von Überlebenden der NS-Verfolgung zeigen, wie ernsthaft sich die Jugendlichen mit Erinnerungskultur und gesellschaftlicher Verantwortung beschäftigt haben.

Politische Bildung und politische Teilhabe

Aus dem Programm heraus haben die Talente eigene Gesprächs- und Bildungsformate entwickelt und dabei den direkten Kontakt zur Politik gesucht. Podiumsdiskussionen mit Politikerinnen, Besuche im Bundestag und in Landesparlamenten sowie Gespräche mit Abgeordneten und Kommunalpolitikerinnen gehörten ebenso dazu wie die Teilnahme an politischen Veranstaltungen und Ausstellungen.

Besonders schön fanden wir die selbst konzipierten Demokratieworkshops, mit denen mehrere Gruppen ihr  Wissen an die D-Jugend weitergegeben haben. Themen waren unter anderem Demokratie und Diktatur, Grundrechte, Wahlen, Mitbestimmung und politische Beteiligung. Weil diese Formate nach dem Prinzip „von Schülerinnen für Schülerinnen” umgesetzt wurden, konnte politische Bildung auf Augenhöhe stattfinden, denn das ist oft zugänglicher und näher an der Lebenswelt der jüngeren Schülerinnen, als es klassischer Unterricht leisten könnte.

Gestaltung und Verbesserung des schulischen Lebensraums

Ganz praktisch geworden sind viele DemokratieTalente bei der Verbesserung ihres unmittelbaren Schulumfelds. Besonders häufig standen dabei die Schultoiletten im Fokus, denn in mehreren Schulen wurden Renovierungs- und Verschönerungsprojekte geplant, Unterstützer*innen gewonnen und Abstimmungen durchgeführt. Dafür haben die Jugendlichen Kooperationen mit Schulleitungen, Schülervertretungen und teilweise auch kommunalen Stellen aufgebaut, was eine echte Organisationsleistung neben dem regulären Schulalltag darstellt.

Diese Projekte machen uns greifbar, wie unmittelbar demokratische Beteiligung erfahrbar wird, wenn Schülerinnen und Schüler selbst Verantwortung für die Gestaltung ihres Lernumfelds übernehmen. Gleichzeitig haben sie dabei wichtige Erfahrungen in Projektplanung, Mobilisierung und Durchhaltevermögen gesammelt!

Mitbestimmung und Beteiligungsstrukturen an den Schulen

Die Jugendlichen haben auch Umfragen gestartet. Denn um herauszufinden, wo an ihrer Schule der Schuh drückt, haben mehrere Gruppen zunächst ihre Schulgemeinschaft zu Bedürfnissen, Herausforderungen und Verbesserungsvorschlägen befragt. Die Ergebnisse wurden anschließend nicht in der Schublade abgelegt, sondern aktiv mit Schulleitungen und schulischen Gremien diskutiert!

Ein besonders weitreichendes Beispiel dafür, wie aus einer Idee eine dauerhafte Struktur wird, ist der Aufbau einer Aula-App-AG, die digitale Beteiligungsmöglichkeiten für die gesamte Schülerschaft schafft und Schülerinnen und Schüler aktiv in Entscheidungsprozesse einbindet. Andere Gruppen haben aber auch Konzepte für Demokratie-AGs, eigene Beteiligungsformate oder neue Kommunikationswege zwischen Schülerschaft und Schulleitung entwickelt. Unsere Talente wollen also nicht nur über Demokratie sprechen, sondern Strukturen schaffen, die Mitsprache im Schulalltag dauerhaft ermöglichen.

Gemeinschaft, Dialog und sozialer Zusammenhalt

Viele Talente haben das Programm genutzt, um niedrigschwellige Begegnungsformate ins Leben zu rufen, wie z.B. gemeinsame Essensveranstaltungen unter dem Motto „Essen verbindet”, interkulturelle Iftar-Abende, Schulbasare zugunsten zivilgesellschaftlicher Initiativen oder kulturelle Workshops. Ziel dieser Formate war es, Menschen unterschiedlicher Herkunft und Perspektiven miteinander ins Gespräch zu bringen, Vorurteile abzubauen und Gemeinschaft aktiv zu stärken.

Damit haben die Jugendlichen gezeigt, dass sie Demokratie nicht allein als politisches System verstehen, sondern auch als gelebten, respektvollen Umgang miteinander im Alltag, gerade dort, wo Begegnung zunächst niedrigschwellig und unpolitisch wirkt, aber langfristig Zusammenhalt schafft.

Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung

Entlang der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen haben die Jugendlichen eigene Projekte entwickelt und umgesetzt, beispielsweise die Wiederverwertung von Materialien, nachhaltige Kreideproduktion, soziale Projekte mit Kindergärten sowie Spendensammlungen für Menschen in Krisenregionen wie dem Sudan und dem Kongo. So haben die Jugendlichen ihr demokratisches Engagement bewusst mit Fragen globaler Verantwortung und solidarischen Handelns verbunden und das über den eigenen Schulhof hinaus.

Gemeinsam Zukunft gestalten

Die Bandbreite der Projekte aus dem Schuljahr 2025/26 zeigt, wozu unsere DemokratieTalente nun fähig sind. Sie können demokratische Werte praktisch umzusetzen und selbst wirksam werden. Von politischer Bildung über Antidiskriminierungsarbeit und schulische Mitbestimmung bis zu konkreten Verbesserungen im Schulalltag, die Jugendlichen haben dabei ein hohes Maß an Eigeninitiative, Organisationsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein gezeigt und sind auch in ihrem Selbstvertrauen und ihrer Kommunikationsfähigkeit gewachsen.

Gemeinsam zeigen die Projekte, wie Jugendliche demokratische Prozesse aktiv gestalten und zu einer lebendigen, vielfältigen und verantwortungsbewussten Schulgemeinschaft beitragen können. Die Porjekte machen Mut für das, was im kommenden Schuljahr noch entstehen kann.
Wir sind stolz auf das Engagement, die Ideen und den Mut unserer DemokratieTalente. Ein herzliches Dankeschön gilt allen Jugendlichen, DemokratieScouts, Schulen und Unterstützer*innen, die diesen Weg gemeinsam gegangen sind!

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